Nikon D50
Eigentlich wollte ich nur eine Tasche für meine Kodak Z740 kaufen, aber irgendwie bin ich im Photoladen in die Ecke mit den digitalen Spiegelreflexkameras geraten und hab unvorsichtigerweise so eine in die Hand genommen...
Nach kurzer Bedenkzeit (vier Stunden) hab ich mein Konto geplündert und war danach stolzer Besitzer eines D50-Kits mit dem Nikkor 18-55mm/f3,5-5,6, beides in "Silber".
Beides hat mich sofort überzeugt, einzig war ich von der Kodak her noch Superzoom-verwöhnt (oder verzogen), und so fehlte mir der Telebereich ein wenig, außerdem gefiel mir das Plastiksilber überhaupt nicht. Also hab ich das Kit drei Tage später umgetauscht gegen ein schwarzes Gehäuse mit einem Sigma 18-200mm/f3,5-6,3.
Die Kamera an sich ist ein ideales Einsteigergehäuse für Anfänger in der digitalen Spiegelreflexphotographie: man kann fast alles damit machen, was man mit teureren Kameras auch machen kann, die Bildqualität ist unbestritten, die Belichtunsmessung mit ihren drei Modi (Matrix, Spot und mittenbetont) immer sehr präzise und auch der Autofokus ist recht flott und trefsicher, was es in Verbindung mit dem P-Modus oder den von mir nie genutzten Motivprogrammen auch einem unbedarften Photographen ermöglicht, ohne große Vorkenntnisse beachtliche Bilder zu machen.
Selbstverständlich kann man aber natürlich auch alles manuell einstellen, dies geht von einer Zeit- und Blendenautomatik (A und S) bis hin zum vollmanuellen Modus und weiter zum Weißabgleich, den man entweder aus sechs Voreinstellungen auswählen kann oder mittels Graukarte oder einer weißen Fläche auch selbst einstellen kann.
Die Nachteile gegenüber den "größeren" Gehäusen sollen natürlich auch nicht verschwiegen werden: die Bedienung der D50 kann manchmal recht umständlich sein, weil sich viele -teils essentielle Dinge wie die Umstellung der Meßfeldsteuerung oder die Belichtungsmessung- nur per Menu umstellen lassen, im vollmanuellen Modus fehlt einem ein zweites Wahlrad (um die Blende umzustellen, muß man eine zusätzliche Taste drücken) und überhaupt nervt die Doppelbelegung der Tasten, so hat man schnell im Wiedergabemodus ein Bild "geschützt" anstatt im Aufnahmemodus die Empfindlichkeit zu verstellen.
A propos Empfindlichkeit: das Bildrauschen fällt auch angesichts hoher ISO-Werte recht angenehm niedrig aus, wird allerdings leicht rotstichig ab ISO 800.
Bleiben noch zwei weitere Meckerpunkte: der Sucher ist viel zu klein, um eine vernünftige manuelle Scharfstellgung zu gewährleisten und es fehlt eine Abblendtaste. Und Spiegelvorauslösung gibt's auch nicht, aber außer bei Nachtaufnahmen hab ich die auch noch nie vermisst.
Alles in allem bekommt man aber viel Kamera für's Geld, und die 6 Megapixel reichen für Drucke bis ca. A1-Format locker aus.